|
Bund
Naturschutz will Netzwerk von Nistplätzen schaffen
48
junge Schleiereulen
Mitglieder
erfassen den Bestand in der Hesselberg-Region
WITTELSHOFEN
(mw) - 48 junge Schleiereulen sind in diesem Jahr in den Nistplätzen,
die der Bund Natruschutz um den Hesselberg kontrolliert, herangewachsen.
Für den Schutz der Tiere hat sich in den vergangenen drei Jahren
im Rahmen eines Projekts unter anderem eine Gruppe von Jungendlichen und
Erwachsenen aus Wittelshofen eingesetzt.
Als
vorrangiges Zeil haben es sich die Naturschützer vorgenommen, rund
um den Hesselberg die Wohnraumsituation der Tiere zu verbessern. "Wir
wollen versuche, dass ein Netzwerk von Nistplätzen entsteht",
erläuterte Dr. Gerhard Weidringer, Mitglied in der Ortsgruppe Dinkelsbühl
des Bundes Naturschutz. Bislang haben die Helfer bei dieser Aktion zum
Artenschutzprogramm im Sinne der Agenda 21 insgesamt 44 Nistplätze
in Scheunen und anderen Gebäuden eingerichtet.
Über 40 junge Eulen sind dort in diesem Jahr geschlüpft und
aufgewachsen. "Das ist sehr erfreulich", wertete der Experte
die Anzahl von Nachkommen. In Illenschwang (Gemeinde Wittelshofen) brütete
ein Eulenpaar acht Eier aus. In einem anderen Nistkasten gab es zwei Bruten
mit jeweils vier Jungvögeln.
"Das ist das erste Jahr, in dem wir eine Bilanz ziehen konnten. Zuvor
war die Datenlage einfach zu dünn", sagte Weidringer. Daher
sei es auch nicht möglich, Angaben darüber zu machen, um wie
viele Tiere sich der Bestand an Schleiereulen in der Hesselberg-Region
erhöht hat. Um genaue Aussagen machen zu können, müssten
die Zählungen noch einige Jahre fortgeführt werden.
Die Erfassung des Bestandes wird den Naturschützern laut Weidringer
erleichtert, wenn ein Vorkommen von Schleiereulen oder bereits existierende
Nistplätze gemeldet werden (Telefon 0 98 53 - 42 87). Mitgeteilt
werden sollte auch der Fund von toten Tieren. "Entweder werden sie
präpariert oder ihre typischen Federn für Unterrichtszwecke
aufbereitet", erläuterte der Sprecher der Gruppe "Schleiereulen",
dich auch im Internet vertreten ist.
"Die Schleiereule ist ein guter Mäusejäger und gehört
vor allem zu unserer Kulturlandschaft", betont Weidringer. In den
vergangenen Jahren habe jedoch die Lebensqualität für die Greifvögel
abgenommen. Dies liege daran, dass viele Scheunen und andere Schlupfwinkel
dicht gemacht wurden. Die Gebäude dienen den Eulen nicht nur als
Wohnung, sondern auch als Jagdrevier.
Gerade im Winter bei geschlossener Schneedecke seien die Tier auf Mäuse
in den Scheunen angewiesen. "Ohne Nahrung kann eine Schleiereule
nur acht Tage überleben." Gerade Landwirte seien daher aufgerufen,
ihre Gebäude in dieser Jahreszeit einen Spalt weit offen stehen zu
lassen oder andere Einflugmöglichkeiten sicher zu stellen.
|